FANDOM


Isao Takahata (jap. 高畑 勲) ist ein Regisseur und Produzenten von Animes, der hauptsächlich in Japan bekannt ist. Er ist Mitgrüder des Studio Ghiblis. Zu seinen berühmtkoesten Werken gehören Die letzten Glühwürmchen und Pom Poko.

LebenBearbeiten

KindheitBearbeiten

Er ist in Ujiyamada, das heute Ise (Mie) heißt, am 29. Oktober 1935 geboren. Er ist der dritte Sohn und das jüngste Kind der Familie[1]. Sein Vater war Schuldirektor, der später für die Bildungspolitik in der Präfektur Okayama verantwortlich war[2]. Am 29. Juni 1945 war Isao neun Jahre alt und seine Familie überlebte den Flugangriff der Amerikaner auf Okayamas Hauptstadt[3].

Vor der Gründung GhiblisBearbeiten

Seine Interesse an Zeichentrick wurde durch den französischen Zeichentrickfilm Le Roi et l'oiseau, das auf die Geschichte von Hans Christian Andersen basiert, geweckt. 1959, schloss er sein Studium an der Universität Tokio in französische Literatur ab und arbeitet für das neu gegründete Studio Toei Animation.

Da er sich für Animation interessierte, übernahm er die Co-Regie von vier Filmen, bis er als Regisseur tätig wurde. So kam es, dass er einige Episoden von Wolf Boy Ken die Regie führte. Doch zu der Zeit ist er unter dem Künstlernamen Isao Yamashita in den Credits aufgeführt worden. Sein Mentor war Yasuo Ōtsuka, der ihn später ermuntert seinen ersten Film allein die Regie zu führen. Sein Debutfilm trägt den Titel Horus: Prince of the Sun, an der Hayao Miyazaki in der Key Animation tätig war. Doch der Erfolg blieb aus, was Isaos Karrieraufstieg im Studio erschwerte.[4]

1971, hat er mit Hayao Miyazaki und Yōichi Kotabe das Studio verlassen und wechselt zu A Production, das heute als Shin-Ei Animation bekannt ist, um Pippi Langstrumpf als Anime zu realisieren. Isao und Hayao flogen nach Schweden, um mit der Autorin Astrid Lindgren zu verhandeln. Jedoch konnten sie sich nicht einigen, weshalb das Projekt vom Tisch fiel.[5]

Es folgen Aufträge, unter anderem die Serie Lupin the Third Part I. Das nächste Projekt führte sie zum Studio Zuiyo Enterprise (heute bekannt als Nippon Animation), wo sie die Serie Heidi (1974) adaptierten. Im Studio realiserten sie auch die Serie Anne mit den roten Haaren, welche thematische Ähnlichkeiten mit Pippi Langstrumpf hat[6].

1981, bietet Yasuo Otsuka Hayao eine Stelle bei Telecom Animation an, die abgelehnt wurde. Isao hingegen nahm die Stelle an und wurde zum Chef-Regisseur befördert.[7] 1982, übernahm Isao die Regie über Little Nemo: Adventures in Slumberland damit Telecom nach USA umziehen konnte. Das Projekt fördert die Zusammenarbeit und Austausch zwischen japanische Zeichner und die von Walt Disney. Später verlässt er das Studio, um mit Hayao und andere Kollegen den Film Nausicaä aus dem Tal der Winde zu verwirklichen.[6]

Studio Ghibli und der Yanagawa-KanalBearbeiten

Nach dem Erfolg des Nausicaä-Films gründet er mit Hayao Miyazaki, Toshio Suzuki und Yasuyoshi Tokuma das Studio Ghibli. Der Film Das Schloss im Himmel, der zu ersten Mal im Studio produziert wurde, wirkte er als Produzent. In der Zeit war er Toshios Mentor, welcher später selbst zahlreiche Ghiblifilme produzierte. Damit gab Isao die Richtung an, in der das Studio entwickeln wird und bald im westlichen Markt Fuß fassen wird. Sein erster Film war The Story of Yanagawa's Canals, welcher eine Dokumentation ist.

Sein erster Animationsfilm ist Die letzten Glühwürmchen (1988), welcher auf den gleichnamigen Roman basiert. Der Film gilt in Japan bis heute als ein Klassiker schlechthin. So wurde Studio Ghibli auch außerhalb Japans bekannt. Für Hayaos Kikis kleiner Lieferservice (1989) übernahm er die Musikregie. Später folgten Tränen der Erinnerung (1991) und Pom Poko (1994), in denen er wieder Regie führte. Jedoch waren sie für eine lange Zeit nur in Japan bekannt. Aus dem Grund werden sie auch als Cold Classic bezeichnet.

In den Rückblenden-Szenen des Films Tränen der Erinnerung, in der mit Wasserfarben gearbeitet wurde, zeigt sich Isaos einzigartigen Stil, welcher in den nachfolgenden Filmen Meine Nachbarn die Yamadas (1999) und Die Legende der Prinzessin Kaguya (2013) wieder aufgegriffen wird. Der letztere Film erhielt zahlreiche Nominierungen. Darunter den Oscar/Bester animierter Spielfilm[8]. 2003, arbeitet er mit Kihachirō Kawamoto am Anime Winter Days. Nach dem Kaguya-Film tritt er zurück, kam aber drei Jahre später für Michaël Dudok de Wits Film Die rote Schildkröte als Artistic Producer zurück[9]. Am 5. April 2018 starb er an Lungenkrebs in einem Tokioter Krankenhaus, im Alter von 82 Jahren[10].

StilBearbeiten

Inspiration nahm sich Isao vor allem von französischen Regisseure und Animatoren: Paul Grimault, Jean-Luc Godard und Frédéric Back[9]<raf name="ryan" />. Er hat auch großen Einfluss auf Hayao Miyazaki, der nicht nur Isaos Animationstechniken lernte, sondern auch Gesellschaftskritik[11].

AuszeichnungenBearbeiten

Jahr Auszeichnung Kategorie Film Ergebnis
1982 Mainichi Eiga Concours Ōfuji-Noburō-Preis Gauche the Cellist Gewonnen
1989 Blue Ribbon Award Spezialpreis Die letzten Glühwürmchen Gewonnen
1994 CICFF Bester Zeichentrick Die letzten Glühwürmchen Gewonnen
1995 Mainichi Eiga Concours Bester Animationsfilm Pom Poko Gewonnen
2009 Filmfestival von Locarno Ehrenleopard Gewonnen
2014 AIAFF Honorary Award Gewonnen
2014 42nd Annual Annie Awards[12] Bester Anime Die Legende der Prinzessin Kaguya Nominiert
2014 42nd Annual Annie Awards Herausragende Regie Die Legende der Prinzessin Kaguya Nominiert
2015 Tokyo Anime Award Festival[13] Beste Regie Die Legende der Prinzessin Kaguya Gewonnen

MitwirkungenBearbeiten

Weitere Werke, die vor der Gründung des Studio Ghiblis entstanden sind, findet ihr im Wikipedia unter Isao Takahata.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Isao Takahata, poignant Japanese director who co-founded Studio Ghibli, dies at 82 (eng.), Harrison Smith, The Washington Post, abgerufen 8. April 2018
  2. 〈特集〉高畑勲とその時代 ~『かぐや姫』を迎え撃つために~ (jap.), Kyoto University Press, abgerufen 16. November 2013
  3. Studio Ghibli film director Takahata reflected on war experience in 'Grave of the Fireflies' (eng.), Mainichi Shimbun, abgerufen 17. Juni 2015
  4. Isao Takahata's contribution to Studio Ghibli (eng.), Ryan Lambie, Den of Geek, 20. März 2015, abgerufen 6. April 2018
  5. Sketches For Hayao Miyazaki's Cancelled Pippi Longstocking Anime (eng.), Kyle Anderson, 24. April 2015, The Nerdist, abgerufen 6. April 2018
  6. 6,0 6,1 R.I.P. Isao Takahata, co-founder of Studio Ghibli and director of Grave Of The Fireflies (eng.), William Hughes, The A.V. Club, abgerufen 6. April 2018
  7. Why Do Fireflies Have To Die So Soon? (eng.), Peter Sobczynski, 5. April 2018, RogerEbert.com, abgerufen 6. April 2018
  8. Studio Ghibli co-founder Isao Takahata dies at 82, BBC, abgerufen 6. April 2018
  9. 9,0 9,1 Studio Ghibli's Isao Takahata on animating his final film (eng.), Matt, Kamen, 19. März, 2015, Wired UK, abgerufen 6. April 2018
  10. Isao Takahata, Co-Founder of Japan's Studio Ghibli, Has Died (eng.), Eli Meixler, 5. April 2018, Time, abgerufen 6. April 2018
  11. Ōtsuka Yasuo no Ugokasu Yorokobi (DVD), Studio Ghibli, 2004
  12. Animation Scoop (eng.), abgerufen 01.12.2014
  13. Cinema Today (jp.), abgerufen 24.03.2015
Tonari.no.Totoro.600.502891
Darum sind Ghibli- filme faszinierend (=> Diskussion).