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Die Ghibli-Filme umfassen viele Themen. Sie spiegeln auch den Geist der japanischen Gesellschaft wider wie z.B. der Umweltschutz. Jeder Regiesseur bringt auch ihre eigene Interpreationen mit in den Film hinein. Hayao Miyazaki z.B. liebt Flugzeuge. Daher tauchen in seine Filme auch viele Flugzeuge auf.

ThemenübersichtBearbeiten

Film Regie Themen
Arrietty - Die wundersame Welt der Borger Hiromasa Yonebayashi Feminismus, Gut und Böse, Kinder, Marxismus und Geldliebe, Umwelt
Chihiros Reise ins Zauberland Hayao Miyazaki Feminismus, Fliegen, Gut und Böse, Kinder, Marxismus und Geldliebe, Power of Love, Umwelt, Wasser
Das Königreich der Katzen Hiroyuki Morita Feminismus, Kinder, Power of Love
Das Schloss im Himmel Hayao Miyazaki Feminismus, Fliegen, Kriege, Marxismus und Geldliebe, Pazifismus
Das wandelnde Schloss Hayao Miyazaki Feminismus, Fliegen, Kriege, Pazifismus, Power of Love
Die Chroniken von Erdsee Gorou Miyazaki Kriege, Marxismus und Geldliebe, Pazifismus, Power of Love, Umwelt
Die letzten Glühwürmchen Isao Takahata Gut und Böse, Kriege
Flüstern des Meeres Tomomi Mochizuki Kinder
Iblard Time Naohisa Inoue Fliegen
Kikis kleiner Lieferservice Hayao Miyazaki Feminismus, Fliegen, Kinder, Wasser
Mein Nachbar Totoro Hayao Miyazaki Feminismus, Fliegen, Kinder, Umwelt, Wasser
Meine Nachbarn die Yamadas Isao Takahata
Nausicaä aus dem Tal der Winde Hayao Miyazaki Feminismus, Fliegen, Gut und Böse, Kriege, Pazifismus, Power of Love, Umwelt
Night of Taneyamagahara Kazuo Oga
Pom Poko Isao Takahata Feminismus, Fliegen, Gut und Böse, Kriege, Marxismus und Geldliebe, Pazifismus, Umwelt
Ponyo - Das große Abenteuer am Meer Hayao Miyazaki Feminismus, Kinder, Power of Love, Umwelt
Porco Rosso (Film) Hayao Miyazaki Feminismus, Fliegen, Gut und Böse, Kriege, Pazifismus, Wasser
Prinzessin Mononoke Hayao Miyazaki Feminismus, Gut und Böse, Kriege, Pazifismus, Umwelt, Wasser
Stimme des Herzens Yoshifumi Kondou Fliegen, Feminismus, Kinder
Tränen der Erinnerung Isao Takahata Gut und Böse, Kinder, Pazifismus, Power of Love, Wasser

Gut und BöseBearbeiten

Viele Charaktere in Hayaos Filmen können weder zu gut noch böse eingeordnet werden. Dies ist für die westliche Kultur ungewöhnlich, weil es vorallem in Zeichentrick eine klare Trennung gibt. Die Charaktere in Ghibli-Filmen hingegen verändern sich im Laufe des Films stark.
Wie z.B. Eboshi aus Prinzessin Mononoke kann als Fiesling gesehen werden, weil sie den Wald abholzt, ohne an die Folgen zu denken und versucht sogar den Tieren ihre Heimat zu nehmen und sie zu bekämpfen. Andererseits kann sie auch als gute Person betrachtet werden, weil sie gegenüber soziale Randgruppen Respekt zeigt, wie Osa es gut zum Ausdruck bringt.
Diese Technik des Charakterdesigns war zu seiner Zeit ungewöhnlich. Heute kommt sie oft in Animes vor wie z.B. Piccolo aus Dragonball. Diese Technik wird gerne genutzt, um außergewöhnliche Charaktere zu schaffen. Hayao nutzt diese Technik, um die heutige komplexe Welt darzustellen. Denn alte Schwarz-Weiß-Ansichten müssen überarbeitet werden. Auch wenn Hayao eine pessimistische Weltsicht hat, versucht er den Kindern eine positive Welt zu zeigen, was viele seiner Kinderfilme belegen[1].
Auch thematisieren die Filme nicht das Böse zu bekämpfen, sondern damit umzugehen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Heldin Chihiro Ogino aus Chihiros Reise ins Zauberland. Sie arbeitet im Badehaus, wo sie von guten und bösen Zeitgenossen umgeben ist. Chihiro kämpft nicht gegen böse Charaktere, sondern versucht zu überleben. Durch ihre gute Art konnte sie viele Feinde für sich gewinnen[2].

UmweltBearbeiten

In vielen Hayaos Filmen wird die Umwelt, den Ökologismus, thematisiert und die Zerbrechlichkeit des Ökosystems. Oft wird das Thema mit Gesellschaftskritik geknüpft.
Fujimoto aus Ponyo - Das große Abenteuer am Meer kann die Menschen, wegen der Umweltverschmutzung, nicht ausstehen. Auch musste Sousuke Ponyo in ein Glas stecken, um Ponyo aus Not aus dem schmutzigen Wasser zu retten.
Weiteres Beispiel: In Prinzessin Mononoke hat es für den Menschen verheerende Folgen, den Wald für Eigennutz abzuholzen. Die Tiere des Waldes versuchen ihre Heimat zu schützen und greifen daher die Menschen an. Der Höhepunkt des Konflikts:

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Der Höhepunkt des Konflikts ist als Eboshi dem Waldgott seinem Kopf nimmt. Daraufhin übersät der Waldgott mit seiner tödlichen Flüssigkeit das gesamte Gebiet der Tiere und Menschen.

In Chihiros Reise ins Zauberland wurde die Flüsse so stark verschmutzt, so dass selbst die Geister den Flussgott nicht mehr wiedererkannten.

Hayao wuchs in der Shōwa-Zeit auf, wo die Natur auf Kosten der Wirtschaft ausgebeutet wurde[3]. Er ist der Meinung, dass Erwachsene ihre Welt-Vorstellungen nicht ihre Kindern auferlegen sollen[4]. In den 80er Jahre entwickelte sich Japan zum Weltvorbild über Umwelt[5].

KriegeBearbeiten

Die Kämpfe der Natur und Kultur in Prinzessin Mononoke und Das Schloss im Himmel werden mit Waffen ausgetragen. Die Charaktere leben eigentlich in einer schönen natürlichen Welt, aber einige Menschen versuchen das friedliche Leben mit militärischen Mittel zu zerstören. Sie versuchen die Kulturen anderer zu verdrängen, Land einzunehmen, Ressourcen wegzunehmen. Wo immer Krieg herrscht, werden die Einwohner miteinbezogen. Ob sie nun wollen oder nicht. Es werden nicht nur die Folgen der Weltkriege behandelt wie in Tränen der Erinnerung und Die letzten Glühwürmchen, sondern auch das Verhätlnis zwischen Japan und Ausland; unter anderem China.
In Nausicaä aus dem Tal der Winde griff Kushanas Armee das Tal der Winde an. Kushana ist ein chinesischer Name und verkörpert China. Kushanas Angriff erinnert an Ostasiens Besetzung durch China. Aber zugleich erinnert der Angriff an Japans Expansionsangriffe auf asiatische Länder im Zweiter Weltkrieg. Die Kriege werden nie als etwas Gutes dargestellt - Pazifismus.

PazifismusBearbeiten

Nausicaä aus dem Tal der Winde und Prinzessin Mononoke sind eindeutig Antikriegs-Filme. Die Menschheit endet durch Kriege vom Menschenhand. Dies wird unter anderem verdeutlicht durch den Untergang alter Ziviliationen wie im Das Schloss im Himmel. Das Militär wird als kurzsichtig, gewaltbereit, gierig dargestellt. Hauro aus Das wandelnde Schloss hat eine negative Sicht vom Krieg und will sogar die Wehrpflicht verweigern. Er nimmt gelegentlich als schwarzer Vogel am Krieg teil.
Hayao macht seinen Pazifismus kund: 2003 gewann Chihiros Reise ins Zauberland viele Preise. Er sagte, dass er die Preise gewonnen hat, weil er kein Land besuchen will, das gerade Irak bombardiert[6]. Die Macht der Liebe kann jede Hindernis überwinden.

Power of LoveBearbeiten

Die Kraft der Liebe kann sogar Flüche brechen. Der Kamaji aus Chihiros Reise ins Zauberland meinte, dass Chihiro Ogino durch Liebe Haku vor Zenibas Fluch gerettet hat. Sophies Liebe aus Das wandelnde Schloss konnte den Fluch vom Hexe aus dem Niemandsland brechen. In Stimme des Herzens war die Liebe zu Seiji Amasawa die treibende Kraft für Shizuku Tsukishima, um ihren Roman zu schreiben.

Marxismus und GeldliebeBearbeiten

Hayao war ein Vertreter des Marxismus. Daher enthalten viele seiner Film Ideen des Sozialismus. Ein Kritikpunkt ist das Konsumverhalten. Beispiel aus Chihiros Reise ins Zauberland:

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Ohngesicht wurde im Badehaus königlich behandelt, weil er großzügig Gold gibt. Vorher hat Ohngesicht Schlamm in Gold verwandelt. Die Mitarbeitern, die gierig nach Ohngesichts Gold sind, wurden von ihm gefressen. Ein weiteres Beispiel ist Zeniba, die ihr Beruf und Gewinn über ihre Familie stellt.

Nicht vom Geld versklavt zu sein ist eine Tugend in Christentum und Buddhismus, was sich im Shintoismuswiederfindet.

FliegenBearbeiten

Das Fliegen, vorallem die Luftfahrt, ist ein hervorstechendes Thema in Hayaos Filmen. Für ihn entflieht man mit dem Fliegen die Schwerkraft[7]. In allen Filmen von Hayao, bis auf Prinzessin Mononoke kommen fliegende Objekte vor. Nicht in allen Filmen von Hayao kommt zwangsläufig Flugzeuge, aber dafür Flugobjekte:

FeminismusBearbeiten

Hayao wird von Toshio Suzuki auch als Feminist bezeichnet, wegen seinem Verhalten gegen über weibliche Mitarbeiterinnen[8]. In allen seinen Filmen finden sich weibliche Charaktere mit starke Persönlichkeiten[9]. Nausicaä war die Heldin des Films, was zu seiner Zeit ungewöhnlich ist. In der westlichen Welt kannte man eher männliche Helden wie z.B. Batman (Tomb Raider war hingegen außergewöhnlich).

KinderBearbeiten

Viele Filme von Hayao thematisieren die Kindheit und das Erwachsenwerden. Die Filme Mein Nachbar Totoro und Ponyo - Das große Abenteuer am Meer haben Kinder als Hauptcharaktere. Kikis kleiner Lieferservice und Chihiros Reise ins Zauberland thematisieren das Erwachsenwerden. Für Hayao ist Kindheit eine schöne Zeit: [Als Kind] wird man von den Eltern beschützt und wird den Problemen um einem herum nicht bewusst. Er sieht jedoch die Zukunft der Kinder pessimistisch, weil sie zu sehr in der Virtuelle Realität gefangen sind und mit der Natur wenig in Berührung kommen. Daher arbeitet er mit Kindern zusammen, um ihre Welt zu verstehen[10]. Ein Zitat von Hayao: ... Kinderseelen sind Erben von vergangenen Ereignissen der vorgegangenen Generationen.

— Hayao Miyazaki

WasserBearbeiten

Wasser ist ein Symbol aus dem Shintoismus. Es symbolisiert den Kontrast zwischen Sklaverei und Freiheit; Tod und Leben. Dieses Thema kommt besonders in Chihiros Reise ins Zauberland zum Ausdruck: Flussgötter und die Funktion des Badehauses[11]. Der Regen zeigt den entschiedenden Wendepunkt der Geschihcte an wie in Kikis kleiner Lieferservice und Mein Nachbar Totoro.

ShintoismusBearbeiten

Die japanische Gesellschaft ist vom Shintoismus, die einheimische Religion, stark geprägt. Im Laufe der Zeit hat sich die Religion mit anderen Religionen vermischt, ganz besonders dem Buddhismus, was sich in heutigen Vielfalt und Facetten der Religion zeigt. Das Symbol der Religion ist das Torii, der Eingang der Shinto-Schreine.
Der Shintoismus ist in erster Linie eine Naturreligion. Man glaubt hier an Geister und wandernden Seelen (sehr grob ausgedrückt). In den Animes sieht man oft Geister, wie z.B. Baumgeister aus Prinzessin Mononoke, und Götter, wie z.B. Flussgott aus Chihiros Reise ins Zauberland. Die Religion selbst wird in den Ghibli-Filmen nicht hervorgehoben, so dass sie ein eigenständiges Thema wäre. Ihre Lehren werden mit den Themen verknüpft wie z.B. die Umwelt: Harmonie zwischen Natur und Mensch. Mit anderen Worten: Nachhaltiger Umgang der Ressourcen, sei es mit Einsatz von Technologien, ohne den Menschen (und den Geistern) zu schaden.
Man kann jedoch die Shinto-Lehren weder von Buddhismus, Christentum, ... unterscheiden, weil sie weder Grundlehren noch Dogma haben. Auch kann man die Mitglieder der Religion nicht zählen. Sie ist die Gesellschaft und verändert sich mit der Gesellschaft. Auch wenn offiziell nur 4 Millionen Shintoisten gibt, so feiern die Japanern gerne die Feste (z.B. Neujahrsfest).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Yves Montmayeur (2005). Ghibli The Miyazaki Temple (Documentary film). Paris
  2. Alvin Lu, editor ; introduction by Hayao Miyazaki (2002). The Art Of Miyazaki's Spirited Away. Viz Communications Inc. p. 15. ISBN 1-56931-777-1
  3. Schilling, Mark (2008-12-04). [http://www.japantimes.co.jp/culture/2008/12/04/culture/an-audience-with-miyazaki-japans-animation-king/ "An audience with Miyazaki, Japan's animation king"], 04.12.2008
  4. "Midnight Eye interview: Hayao Miyazaki", 07.06.2007
  5. Filmheft der Bundeszentrale für politische Bildung zu Das Schloss im Himmel (PDF; 1,6 MB) von Stefan Stiletto und Holger Twele
  6. Alex, Pham, "Comic-Con: Miyazaki breaks his silent protest of America's actions in Iraq with visit to the U.S.", Los Angeles Times, 24.07.2009
  7. US Spirited Away premiere press Q&A
  8. Birth of Studio Ghibli (from Nausicaä DVD). Studio Ghibli. "Miyazaki is a feminist, actually. He has this conviction that to be successful, companies have to make it possible for their female employees to succeed too. You can see this attitude in Princess Mononoke. All characters working the bellows in the iron works are women. Then there's Porco Rosso. Porco's plane is rebuilt entirely by women. (Toshio Suzuki)"
  9. Napier, Susan J. (2001) Anime from Akira to Princess Mononoke: Experiencing Contemporary Japanese Animation. Basingstoke: Palgrave. ISBN 978-0-312-23863-6.
  10. Schilling, Mark (04.12.2008) "An audience with Miyazaki, Japan's animation king". The Japan Times
  11. Journal of Religion and Film, Boyd and Nishimura, Vol. 8, No.2, October 2004.

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